
Kassensystem Gastronomie im Vergleich: sieben Anbieter mit Preisen, Quelle und Stand Juli 2026, echte Einstiegskosten über 12 Monate sowie TSE- und Meldepflichten.
Du führst ein Restaurant, eine Bar oder ein Café und fragst dich, ob es Zeit für ein modernes Kassensystem ist? Ein passendes Kassensystem für die Gastronomie verändert mehr als den Bezahlvorgang – es entscheidet über Bondurchlaufzeit, Auswertbarkeit deiner Umsätze und darüber, ob du bei einer Kassen-Nachschau ruhig bleiben kannst. Dieser Vergleich zeigt dir die Systemtypen, die Preise von sieben Anbietern mit Quelle und Stand – und die Einstiegskosten, die in keinem Listenpreis stehen.
Ein modernes Kassensystem wickelt nicht nur Zahlungen ab. Es dokumentiert jeden Beleg, erleichtert die Abstimmung mit der Inventur und gibt dir Umsatzdaten in Echtzeit.
Rechtlich entscheidend: Seit dem 1. Januar 2020 verlangt die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV), dass elektronische Aufzeichnungssysteme durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) geschützt sind. Zertifiziert wird die TSE vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Aktuelle Systeme bringen sie mit, ältere Registrierkassen häufig nicht.
Häufig übersehen: die Meldepflicht. Seit dem 1. Januar 2025 muss jedes elektronische Aufzeichnungssystem mit TSE dem zuständigen Finanzamt gemeldet werden (§ 146a Abs. 4 AO). Für Systeme, die vor dem 1. Juli 2025 angeschafft oder nachgerüstet wurden, lief die Frist am 31. Juli 2025 ab; seit dem 1. Juli 2025 angeschaffte Geräte sind innerhalb eines Monats zu melden. Die Meldung ist ausschließlich elektronisch über „Mein ELSTER“ oder die ERiC-Schnittstelle wirksam – E-Mail oder Papier zählen nicht. Die Details hat das Bundesfinanzministerium in seinem FAQ zum Kassengesetz zusammengefasst. Wer das System wechselt, gehört dieser Punkt in die Umstellungsplanung.
Was ein modernes System im Alltag bringt:
Fest installierte Hardware: Touchscreen, Kassenschublade, Bondrucker. Robust und unabhängig von mobiler Konnektivität, dafür unflexibel und platzintensiv. Geeignet für Betriebe mit festen Kassenplätzen und hohem Durchsatz.
Software auf handelsüblichen Tablets. Das Team nimmt Bestellungen am Tisch auf und kassiert dort. Niedrige Hardwarekosten, moderne Bedienung – dafür abhängig von WLAN und Akkulaufzeit. Für Cafés, Bars und kleinere Restaurants meist die beste Wahl.
Die Daten liegen beim Anbieter statt lokal. Automatische Updates, Zugriff von überall, zentrale Verwaltung mehrerer Standorte. Voraussetzung ist eine stabile Internetverbindung – und ein Offline-Modus für den Fall, dass sie ausfällt.
Anbieter rechnen nach völlig unterschiedlichen Logiken ab. Diese vier Modelle decken den Markt weitgehend ab:
| Preismodell | Laufende Kosten | Anschaffung | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Abo je Gerät | Monatliche Lizenz je Kassenplatz, oft gestaffelt nach Funktionsumfang | Hardware separat oder im Paket | Der Regelfall in der Gastronomie |
| Abo je Betrieb | Eine Lizenz für den Standort, unabhängig von der Gerätezahl | Module werden einzeln zugebucht | Betriebe mit mehreren Kassenplätzen |
| Provisionsbasiert | Keine oder geringe Grundgebühr, dafür Transaktionsgebühr je Kartenzahlung | Gering bis null | Niedrige Umsätze, Pop-ups, mobile Konzepte |
| Kauf mit Wartung | Niedrige monatliche Supportpauschale | Hohe Einmalinvestition | Etablierte Betriebe mit langer Nutzungsdauer |
Die folgenden Angaben sind Einstiegs- und Paketpreise laut den öffentlichen Preisseiten der Anbieter. Die Mehrwertsteuerbasis ist unterschiedlich und deshalb ausgewiesen – ohne diese Angabe sind die Zahlen nicht vergleichbar.
| Anbieter | Einstieg pro Monat | MwSt. | Was noch dazukommt | Passt zu |
|---|---|---|---|---|
| Vectron SMART | 34,90 € Grundgebühr plus Kassenhardware ab 24,90 € | netto | POS 7 oder POS 8 inkl. Drucker je 39,90 €, POS Life 24,90 €. Zwei Payment-Terminals in der Grundgebühr. Kartenzahlung 1,29 %, AMEX 1,9 %. TSE, Support und Installation über Fachhändler | Betriebe mit Fachhändlerbetreuung |
| ready2order | 35,90 € je Kassengerät plus 15,90 € TSE-Paket | netto | 99 € Aktivierung einmalig. Optional Gastro-Paket 23,90 €, Kassenbuch 13,90 €, digitaler Beleg 7,90 €. Kartenzahlung readyPay 1,23 % | Betriebe, die modular zusammenstellen |
| SumUp | 0 € bei 1,39 % Transaktionsgebühr | gemischt | Zahlungen Plus 19 € senkt die Gebühr auf 0,79 %, laut Anbieter ab rund 3.500 € Monatsumsatz sinnvoll. Kassensystem Plus mit Gastro-Funktionen 39 € netto | Pop-ups, mobile Bars, niedrige Umsätze |
| gastronovi | 59 € Kasse inkl. Küchenmonitor plus 14 € Cloud-TSE | nicht ausgewiesen | Preise gelten je Betrieb, nicht je Gerät. Module einzeln: Warenwirtschaft 129 €, Mehrbetrieb 99 €, Tischreservierung 89 €, Bestellsystem 49 €, Kassenbuch 19 €, Zeiterfassung 19 € | Betriebe mit mehreren Kassenplätzen |
| Lightspeed Restaurant | 89 € (Basic) | netto | Core 159 €, Pro 249 € für Multi-Standort. Jede weitere Lizenz 49 €. Zahlungsabwicklung individuell | Größere Betriebe und Ketten |
| orderbird PRO | 99,90 € (Paket S, 12 Monate Laufzeit) | brutto | Paket M 139,90 € mit 2 Lizenzen, Paket L 169,90 € mit 3 Lizenzen. Online-TSE, Onboarding und 24/7-Notfallsupport enthalten | Betriebe, die Support mitkaufen wollen |
| orderbird MINI | 9,90 € erste Lizenz | brutto | 4,90 € je weitere Lizenz. Kartenzahlung über das Smartphone | Sehr kleine und mobile Konzepte |
| Hypersoft | auf Anfrage | – | Keine öffentliche Preisseite. In der Herstellerdokumentation findet sich eine mPOS-Freestyle-Lizenz zu 49 € im Monat; belastbare Gesamtpreise gibt es nur über ein individuelles Angebot beim Anbieter oder Fachhändler | Größere Betriebe, Hotellerie, Stadien |
Quelle: öffentliche Preisseiten der Anbieter, geprüft im Juli 2026. Zur Mehrwertsteuer: ready2order, Vectron, Lightspeed und SumUp Kassensystem Plus weisen netto aus, orderbird brutto. Bei gastronovi ist die Basis auf der Preisseite nicht eindeutig ausgewiesen. Hypersoft veröffentlicht keine Preise; die genannte Lizenzangabe stammt aus der Herstellerdokumentation. Verbindlich ist immer das aktuelle Angebot – prüfe die Preise vor einer Entscheidung nach.
Gastrofix erscheint hier nicht mehr: Die Marke wurde von Lightspeed übernommen und ist heute Bestandteil von Lightspeed Restaurant. Wer noch auf ältere Vergleiche mit eigenen Gastrofix-Preisen stößt, liest historische Werte.
Weitere Anbieter im Markt sind GastroSoft und DISH POS aus dem METRO-Umfeld. Beide veröffentlichen Preise, die wir nicht direkt auf den Herstellerseiten prüfen konnten – deshalb stehen sie hier ohne Zahlen. Wer sie in die engere Wahl nimmt, lässt sich ein schriftliches Angebot geben und rechnet es nach demselben Muster durch wie unten.
Bei drei der sieben Anbieter ist der beworbene Einstiegspreis nicht der Preis, zu dem das System läuft:
Die folgende Rechnung zeigt die reinen Softwarekosten für einen Kassenplatz über zwölf Monate, alle Werte netto. Die Bruttowerte von orderbird sind dafür durch 1,19 geteilt. Kartenzahlungsgebühren sind nicht enthalten, weil sie vom Umsatz abhängen.
| Anbieter | Monatlich netto | Einmalig | 12 Monate |
|---|---|---|---|
| SumUp Kassensystem Plus | 39,00 € | 0 € | 468,00 € |
| ready2order inkl. TSE | 51,80 € | 99,00 € | 720,60 € |
| Vectron SMART inkl. POS Life | 59,80 € | 0 € | 717,60 € |
| gastronovi inkl. Cloud-TSE | 73,00 € | 0 € | 876,00 € |
| orderbird Paket S | 83,95 € | 0 € | 1.007,40 € |
| Lightspeed Basic | 89,00 € | 0 € | 1.068,00 € |
Eigene Berechnung auf Basis der Anbieterpreise, Stand Juli 2026. Ohne Hardware, Schulung und Kartenzahlungsgebühren.
Die meisten Anbieter rechnen je Gerät ab. gastronovi nicht – dort gilt der Preis für den Betrieb, unabhängig davon, wie viele Kassen daran hängen. Bei zwei Kassenplätzen sieht dieselbe Rechnung deshalb so aus:
| Anbieter | Monatlich netto | Einmalig | 12 Monate |
|---|---|---|---|
| gastronovi inkl. Cloud-TSE | 73,00 € | 0 € | 876,00 € |
| Vectron SMART, 2× POS Life | 84,70 € | 0 € | 1.016,40 € |
| ready2order, 2 Geräte inkl. TSE | 87,70 € | 99,00 € | 1.151,40 € |
| orderbird Paket M | 117,56 € | 0 € | 1.410,72 € |
| Lightspeed Basic plus Zusatzlizenz | 138,00 € | 0 € | 1.656,00 € |
Eigene Berechnung, Stand Juli 2026. Bei ready2order gilt das TSE-Paket geräteübergreifend, bei Vectron kommt je Gerät Hardware hinzu, bei gastronovi ändert sich der Preis nicht.
Der Unterschied zwischen günstigstem und teuerstem Angebot liegt bei zwei Kassen bereits bei rund 780 € im Jahr – und die Reihenfolge ist eine andere als bei einem Gerät. Deshalb lohnt es sich, mit der tatsächlichen Gerätezahl zu rechnen statt mit dem Einstiegspreis.
Zwei Punkte relativieren beide Tabellen: Bei SumUp verlagert sich der Preis in die Transaktionsgebühr. Bei 20.000 € Kartenumsatz im Monat entstehen mit 1,39 % rund 278 € Gebühren – mehr als jede Softwarelizenz hier. Und bei orderbird sind Onboarding und 24/7-Notfallsupport eingeschlossen, die andernorts separat kosten. Der niedrigste Listenpreis ist selten die günstigste Lösung.
Ein Kassensystem weiß, was verkauft wurde. Es weiß nicht, was tatsächlich im Lager steht. Genau in dieser Lücke entsteht der Schwund, den viele Betriebe erst im Jahresabschluss bemerken. Auch die Warenwirtschaftsmodule der Anbieter oben rechnen mit theoretischem Verbrauch aus den Verkaufsdaten – nicht mit gezähltem Bestand. Wie groß diese Differenz wird, zeigt der Beitrag zu Schwund und Bruch in der Gastronomie.
Sichtbar wird der Unterschied auch am Preis: Wer bei gastronovi das Warenwirtschaftsmodul dazubucht, zahlt dafür 129 € im Monat – mehr als das Doppelte der Kassenlizenz. Was ein Warenwirtschaftssystem leisten muss und wie es sich von Kasse und ERP abgrenzt, steht im Beitrag zur Warenwirtschaft in der Gastronomie.
Deshalb lohnt es sich, Kassenauswahl und Bestandsführung getrennt zu denken. BarBrain ist kein Kassensystem und keine nach Kassensicherungsverordnung zertifizierte Lösung, sondern eine Inventur-Software: Sie erfasst den realen Bestand mobil – inklusive Füllstand-Slider für angebrochene Flaschen – und läuft neben jedem POS, ohne dass du dein bestehendes System wechseln musst. Wie der Prozess aufgesetzt wird, beschreibt der Inventur-Guide für die Gastronomie, die Kennzahl dahinter der Beitrag zum Wareneinsatz berechnen.
Frag bei jedem Angebot: Was ist im Grundpreis nicht enthalten und trotzdem zwingend? TSE, Kassenhardware, Kassenbuch und Belegausgabe sind die typischen Kandidaten.
Je Gerät oder je Betrieb? Diese eine Frage entscheidet bei mehreren Kassenplätzen über mehrere hundert Euro im Jahr.
Das beste System nützt nichts, wenn es zu kompliziert ist. Dein Team muss es nach kurzer Einweisung bedienen können. Lass dir eine Demo im Livebetrieb zeigen, nicht als Folienpräsentation.
Was passiert bei Internetausfall? Ein gutes System kassiert weiter und synchronisiert nach, sobald die Verbindung zurück ist.
Buchhaltung, Lieferdienste, Zeiterfassung, Inventur – prüfe, ob es dokumentierte Schnittstellen gibt oder nur Exportdateien.
Wenn Freitagabend die Kasse steht, entscheidet die Erreichbarkeit. Prüfe Kanäle und Zeiten, nicht nur die Versprechen auf der Website.
Kommst du jederzeit an deine Rohdaten? Ein System ohne sauberen Export bindet dich länger, als dir lieb ist.
Drei Pflichten werden regelmäßig durcheinandergebracht. Sie hängen zusammen, sind aber getrennt geregelt:
Verstöße gegen die Aufzeichnungs- und Sicherungspflichten sind nach § 379 AO bußgeldbewehrt; die Höhe hängt vom Einzelfall ab.
Ob ein konkretes System die Anforderungen erfüllt, lässt sich nicht pauschal nach Bauart beantworten. Lass dir die TSE-Zertifizierung und die Konformität schriftlich bestätigen – bei Cloud-Systemen einschließlich der Frage, wo die TSE betrieben wird. Eine saubere Inventurliste gehört zur selben Dokumentationslinie: Sie belegt, was im Lager war, und lässt sich gegen die Kassendaten abstimmen.
Für einen Kassenplatz liegen die reinen Softwarekosten je nach Anbieter zwischen rund 470 und 1.070 € netto im ersten Jahr, bei zwei Kassenplätzen zwischen rund 880 und 1.660 € (Stand Juli 2026, ohne Hardware und Kartenzahlungsgebühren).
Das hängt an der Gerätezahl. Bei einem Kassenplatz ist SumUp am günstigsten, sofern die Transaktionsgebühren gering bleiben. Ab zwei Kassenplätzen liegt gastronovi vorn, weil dort je Betrieb statt je Gerät abgerechnet wird.
Nur wenn es die Anforderungen der KassenSichV erfüllt, insbesondere eine zertifizierte TSE besitzt. Verstöße gegen die Aufzeichnungs- und Sicherungspflichten sind nach § 379 AO bußgeldbewehrt.
Ja. Seit dem 1. Januar 2025 gilt die Meldepflicht nach § 146a Abs. 4 AO. Die Meldung erfolgt ausschließlich elektronisch über „Mein ELSTER“ oder die ERiC-Schnittstelle.
Nicht zwingend. Die Belegausgabepflicht lässt sich auch elektronisch erfüllen, etwa per QR-Code oder E-Mail. In der Praxis erwarten viele Gäste weiterhin einen Papierbon.
Das Kassensystem erfasst den Verkauf. Die Warenwirtschaft steuert Einkauf, Wareneingang und Bestand. Viele Kassen bringen ein Bestandsmodul mit, das aber rechnerisch fortschreibt und ohne Inventur keinen Schwund sichtbar macht.
Grundsätzlich ja, aber die Migration kostet Zeit. Kläre vor Vertragsschluss, in welchem Format du Artikelstamm und Umsatzdaten exportieren kannst.
Die Auswahl entscheidet sich selten am Listenpreis. Sie entscheidet sich an drei Fragen: Welche Module sind verpflichtend, wird je Gerät oder je Betrieb abgerechnet, und wie schnell ist jemand erreichbar, wenn es klemmt.
Rechne den Gesamtpreis für deine tatsächliche Gerätezahl über drei Jahre durch, lass dir die TSE-Konformität schriftlich geben und plane die ELSTER-Meldung gleich mit ein. Und denk daran, dass die Kasse nur die eine Hälfte deiner Zahlen liefert – die andere kommt aus dem Lager.
Du willst Deine Inventur verbessern? Dann wird es jetzt Zeit, eine unverbindliche Demo zu buchen.
























